Ich bin Handwerker – wer braucht schon Social Media?

von Volker Neumann am 27. Juli 2010

in Allgemein,Persönlich,Themen

Ob Dachdecker, Maler, Bäcker oder Frisör – den meisten ist eins gemein: Sie sind Spezialisten und Anlaufstelle für zumeist regionale Kundschaft. Vielleicht haben sich diese Betriebe auch aus einer langjährigen Familientrafition entwickelt und sind dementsprechend traditionell geprägt: “Die Maschinen vom Großvater funktionieren noch prächtig”, “Für unsere Kunden? Da reicht der gute alte Block und ein Bleistift”. Überzogene Aussagen, die teilweise schon noch zutreffen.

Doch was, wenn plötzlich andere günstigere Preise anbieten können, schneller Aufträge abwickeln, Ihnen Ihr Territorium streitig machen, obwohl Sie doch in einem anderen Einzugsgebiet tätig sind und Sie wissen gar nicht, wie das so schnell geschehen konnte? Das kann nicht passieren? Ich denke schon, denn viele Unternehmen nutzen die Potenziale von IT und Internet schon heute und werden für ihre Aktivitäten im Internet oder den Einsatz von IT ausgezeichnet. Das ist definitiv ein kleiner Weckruf sich beizeiten mit den Entwicklungen zu beschäftigen.

Manchmal ist es nur ein kleiner Anstoß, der den großen Stein ins Rollen bringt. Es muss ja nicht direkt der Weg in die Cloud sein oder die vollkommende Umstrukturierung des Unternehmens. Aber die nachrückenden Generationen können bereits nur noch schwer ohne die Nutzung von modernster IT leben und erwarten diese Nutzung auch an ihrer Arbeitsstelle. Dies hat erst kürzlich eine Untersuchung schön gezeigt (Wie die Generation Y kommuniziert…).

Daher ist es jetzt an der Zeit, sich mit den Methoden der kommenden Arbeitsgenerationen auseinanderzusetzen, denn Sie können davon profitieren. Es ist nicht so, dass dadurch traditionelle Tugenden, die “Mund-zu-Mund-Empfehlung” oder gar die Qualität darunter leiden, sondern Sie erweitern einfach Ihren Bewegungssektor und beschleunigen Ihre Abläufe.

Was das genau heißt? Nein, Ihre Maschinen werden nicht zwingend schneller laufen. Aber bspw. durch eine digitale und automatisierte Auftragsannahme passieren weniger Fehler, die Aufträge werden durchgängig erfasst und im Nachgang archiviert und mit Ihren erweiterten Maßnahmen in der Außenkommunikation erreichen Sie schon bald mehr Kunden und müssen dennoch Ihre Ressourcen bzw. Ihre Mitarbeiterzahl nicht umfassend erhöhen.

Der erste Weg sich mit dem Denken und Handeln der kommenden Angestellten und Kunden vertraut zu machen, ist selbst den Weg ins Social Web zu suchen. Es gibt genügend Netzwerke und Communities, von denen auch eins auf Ihren Geschäftsbereich einzahlen wird. Dieser kurze Social Media Check zeigt Ihnen allgemein die Vor- und Nachteile der beliebtesten Netzwerke.

Oder suchen Sie bei Twitter einfach mal nach anderen Handwerkern. Neben interessanten Nachrichten aus der Welt des Handwerks werden Sie auch Kollegen aus den verschiedensten Branchen finden, die dort ihre ersten Schritte wagen und über Neuerungen diskutieren, erfolgreiche Projekte präsentieren oder einfach mal auf ihre Angebote aufmerksam machen. Beispiele gefällig?

http://twitter.com/BaeckereiJunge

http://twitter.com/handwerk

http://twitter.com/maler_lehmacher

http://twitter.com/Lavidahair

http://twitter.com/SchreinerHeller

Der Return on Invest ist zwar nicht direkt monetär, aber über die indirekte Schiene werden Sie mehr Aufmerksamkeit erhalten, sicher auch die ein oder andere Rückmeldung von Kunden bekommen und sich so ganz nebenbei mit den neuen Medien und Interaktionsformen vertraut machen.

Und lassen Sie sich dabei nicht von der Vermischung von Privatem und Geschäftlichem abschrecken – das ist oftmals genau der richtige Weg, Ihren Kunden näher zu kommen und so schnell verlieren Sie hier nicht die Kontrolle. Nehmen Sie eine Vorreiterrolle ein und ziehen Sie Ihren persönlichen Nutzen daraus!

Twitter-Expertin zum SocialMedia-Einsatz für den deutschen Mittelstand:

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